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Psychotherapeutischer Focus 2018 B. Heintz im April 2018

 

 

Unsere beruflichen Wege kreuzten sich 2003. M.Weiger hatte durch ihre Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin zur Untersuchung unkonventioneller (psychotherapeutischer) Verfahren in der Onkologie und als leitende Oberärztin in einer Klinik für Psychosomatik und Ganzheitsmedizin umfangreiche Erfahrung in der Umsetzung bio-psycho-sozialer Therapieansätze. Ich hatte nach pädagogischem bzw. psychologischem Grundstudium den "Luxus" zweier sich anschließender analytischer Ausbildungen für Kinder u. Erwachsene am Züricher C.G. Jung Institut. Uns verband ein zugewandtes, humanistisches Welt- und Menschenbild sowie eine psychotherapeutische Grundhaltung, die dem einzigartigen psychisch - seelischen Entwicklungspotential eines jeden Menschen - seiner Individuation - allen Respekt zollt. In lebendigem Austausch blieben wir neugierig und wach für neuere theoretische Strömungen zu Grundfragen der Psychotherapie. In der Weiterbildung ärztlicher Kollegen (Balintgruppen) und der Supervision (Lehranalyse) junger psychologischer AusbildungskandidatInnen schien es oft um so wichtiger, die o. g. Grundwerte therapeutischer Haltung bewahrend zu vertreten; an dieser Stelle möchten wir einige Beiträge teilen, die wir für bedeutsam und wichtig halten, die uns aber auch "aus dem Herzen sprechen".

 

Zur Einführung in die Analytische Psychologie C.G. Jungs sind die Publikationen von Frau Prof. Dr. Verena Kast, hier vor allem "Die Dynamik der Symbole", Olten 1990, zu empfehlen. Als Lehranalytikerin und späterer Supervisorin verdanke ich ihr wesentliche Orientierungen. Ich besuchte ihre regelmäßig am Freitag stattfindenden Seminare und Vorlesungen an der Universität Zürich (Lehrstuhl Anthropologische Psychologie) zwischen Wi.sem. 1989 u. Som.sem.´96, sie waren u. a. Grundlage ihrer Schriften zur Symbolik der Märchen und zu den verschiedenen Emotionen.

V. Kast schien - immer kritisch reflektierend, teilweise auch revidierend - Jung´sches Gedankengut in eine weibliche Sprache zu übersetzen, lebendig, sinnlich, hoch differenziert und von behutsamem Respekt getragen, wann immer Therapiebeispiele konkreter Menschen und PatientInnen der Veranschaulichung dienten. Der große Hörsaal war stets überfüllt...

 

 

Während unserer in den Jahren 2017 / 2018 intensivierten Beschäftigung mit einer theoretischen Fundierung der therapeutischen Möglichkeiten, die unsere Pferde bieten (s. a. Vorträge "FAPP" u. Wien sowie Publikationen!), rückten Themen wie "Empathiefähigkeit", "Gefühlsansteckung" und andere Resonanzphänomene vermehrt in den Blick.

 

Dr. M. Schlegel, ursprünglich Verhaltensbiologe und seit vielen Jahren in der Psychotherapieforschung engagierter Jung´scher Analytiker, publizierte einen Essay zur "Evolution der Empathie". weiterlesen...

 

Zum tiefen inneren Wissen der menschlichen / kindlichen Seele - einer Art fühl- und bildhaftem Bewusstsein jenseits sprachlicher Bewusstheit -  arbeiteten u. a. Pionierinnen wie Susan Bach (England / Schweiz) und Elisabeth Wellendorf.

 

Elisabeth Wellendorf gründete in den 80er Jahren ein Institut für Analytische Kunsttherapie in Hannover und arbeitete 9 Jahre in der Kinderklinik der Medizinischen Hochschule psychotherapeutisch mit Herz-Lungen transplantierten Kindern und Jugendlichen. Ihr Vortrag aus 2006 widmet sich der Frage "Wie kommen die Bilder in den Kopf"?   weiterlesen...

 

Psychotherapeutische Wirksamkeitsstudien betonen seit Jahren die Bedeutsamkeit der Qualität psychotherapeutischer Beziehung; Neurobiologie und Säuglingsforschung lieferten Erkenntnisse zur Selbstentwicklung und "Intersubjektivität", die dazu führten , daß Konzepte zum Übertragungsgeschehen in der analytischen und tiefenpsychologischen Psychotherapie gründlich überdacht und "Übertragung" neu definiert wurde. In seinen Vorstellungen zur therapeutischen Beziehung ging C. G. Jung (in eklatantem Widerspruch zu den meisten seiner Kollegen!) bereits in den 20 er Jahren des letzten Jahrhunderts davon aus, dass sich AnalytikerIn und AnalysandIn nicht nur auf der bewussten Ebene, sondern auch in einer Art gemeinsamem Unbewussten gegenseitig beeinflussen, dass das Übertragungsgeschehen ein „Co-Konstrukt“, eine gemeinsam gestaltete Reise sei.

 

Moderne psychoanalytische, intersubjektivistische Konzepte sprechen von einem „intersubjektiven Feld“ zwischen TherapeutIn und PatientIn. Spiegelneuronen scheinen für diese Art von Resonanzphänomenen neurobiologische Erklärungen zu bieten. Sie wurden zunächst bei Primaten nachgewiesen und die Vermutung liegt nahe, dass höher entwickelte Säugetiere - also auch Pferde - darüber verfügen.

Daniel N. Stern, international renommierter Psychoanalytiker, Säuglingsforscher und Entwicklungspsychologe bestätigt die Überlegung, dass die therapeutische Beziehung ein Zwei-Personen-Phänomen darstellt. Er bestätigt ebenfalls die Auffassung, dass es klinisch hilfreich ist, das Bedürfnis, sich in der Tiefe emotional verstanden und erkannt zu fühlen, als eine bedeutsame, vielleicht die wesentlichste, die Psychotherapie voranbringende Motivation zu betrachten. Das Sich-in-den-anderen-Hineinversetzen, ihn /sie „lesen“, fühlen, was in ihm vorgeht, ihn oder sie nach- und mitempfinden – all das ist kennzeichnend für die frühe Mutter-Kind Beziehung, lange vor dem Spracherwerb; für die psychotherapeutische Beziehung und Bezogenheit ist diese Bereitschaft essentiell. (D. Stern, Der Gegenwartsmoment, Frankfurt 2005, S. 89 ff).

Wie kaum ein anderer bedeutender Lehranalytiker des Züricher C. G. Jung Instituts beschäftigte sich Dr. Mario Jacoby (1925 - 2011) mit der Relevanz der Erkenntnisse damals neuerer Säuglings- und Kleinkindforschung für die psychotherapeutische Praxis, hier v. a. Fragen der therapeutischen Haltung und Beziehungsgestaltung; in "Grundformen seelischer Austauschprozesse" (Zürich 1998) veranschaulicht er entsprechende Zusammenhänge anhand eines Überblicks der Psychologie von Säugling und Kleinkind aus verschiedenen analytischen Richtungen und zahlreicher Fallbeispiele aus der psychotherapeutischen Praxis.

Synchronisationsphänomene, Empathie und Oxytocin – Neurobiologische Grundlagen von Bindungs- und Beziehungsfähigkeit

Die auszugweise zitierten Passagen aus: „Bindung und pferdegestützte Interventionen“ Henri Julius, Andrea Beetz, Sveinn Ragnarsson, (Mensch und Pferd international 4|2017 p. 140 - 152) schildern mögliche Einflüsse der Pferd-Mensch-Beziehung aus der Perspektive evolutions- und neurobiologischer Forschung; natürlich ist der Beitrag als Ganzes absolut empfehlenswert! weiterlesen...